Tipps für die Zahnpflege bei Babys und Kleinkindern

Zahnreinigung bei Babys und Kleinkindern 

Tipps für die Zahnpflege bei Babys und Kleinkindern

Lesen Sie Tipps zur Zahnreinigung bei Babys und Kleinkindern. Das Zähneputzen sollte mit dem Durchbruch der ersten Zähne beginnen.

Richtige Zahnreinigung für Baby und Kindern

  1. Sobald die ersten Zähne durchgebrochen sind (mit ca. 6 Monaten) müssen diese geputzt werden.
  2. Eltern sollten auf eine eigene perfekte Mundhygiene achten und regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung beim Zahnarzt gehen, da sie unter Umständen Keime aus der eigenen Mundhöhle auf das Kind übertragen können. Mehr Informationen finden Sie im Beitrag Zahnreinigung in der Schwangerschaft.
  3. Es empfiehlt sich die Kinder während des Zähneputzens auf den Schoß zu nehmen, um eine angenehme Atmosphäre für die Kleinen zu schaffen.
  4. Wichtig ist die Zahnreinigung der kindlichen Mundhöhle durch die Eltern. Mit einer besonders weichen kleinen Zahnbürste für Kleinkinder sollten die Zähnchen von Erwachsenen sanft geputzt werden.
  5. Ein Zahnputzfingerling scheint für Babys in den ersten Wochen nach dem Zahndurchbruch eine interessante Alternative zur Zahnbürste zu sein. Mit dem Zahnputzfingerling ist wahrscheinlich eine spielerischere und liebevollere Handhabung des Zahnputz-Rituals möglich als mit einer Zahnbürste. Eltern berichten von einem besseren taktilen Gefühl für die kleinen Zähnchen mit Zahnputzfingerling im Vergleich zur Kinderzahnbürste.
  6. Für die Reinigung von Baby- und Kinderzähnen sollte nur eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta verwendet werden. In der Regel wird zu viel Zahnpasta auf die Zahnbürste appliziert.
  7. Bis zum 2. Lebensjahr reicht es aus die Zähne abends zu putzen. Ab dem 2. Lebensjahr sollte den Kleinkindern morgens und abends bei der Zahnreinigung geholfen werden.
  8. Als Richtwert gilt: Kinder haben erst mit Erlernen der Schreibschrift die manuelle Geschicklichkeit alleine die Zähne ordentlich zu putzen. Bis dahin müssen Eltern immer nachputzen und kontrollieren.
  9. Zahnputztabletten sind eine adäquates Hilfsmittel, um das Putzverhalten der Kinder und Jugendlichen zu überprüfen. Die in der Apotheke erhältlichen Kautabletten färben Beläge (Plaque, Biofilm) an und geben Aufschluss über Schmutznischen. Es empfiehlt sich, dass die Eltern gemeinsam mit den Kindern die Mundhygiene kontrollieren. Mit viel Humor können sich Kinder und Erwachsene im Anschluss gegenseitig „untersuchen“.
  10. Sollte eine Zahnpasta mit Fluorid zur Reinigung der Kindlichen Mundhöhle verwendet werden, muss darauf geachtet werde eine Kinderzahnpasta zu benutzen. Die Schulmedizin empfiehlt nach wie vor Zahncremes mit Fluorid zur Kariesprophylaxe. Doch auch die Schulmedizin legt Wert darauf, dass Kinder und Jugendliche die Zähne mit einer Zahnpasta putzen, die angepasste Fluoridwerte aufweist. Kinder bis zum 6. Lebensjahr dürfen mit Kinderzahnpasta putzen, die den Wert von 500 ppm Fluorid nicht überschreitet. Bei Kindern, die das sechste Lebensjahr erreicht haben, kann eine Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid verwendet werden. Häufig sind diese Zahncremes mit dem Label „Junior“ versehen. Auf eine fluoridhaltige Erwachsenenzahnpasta mit 1500 ppm sollten erst ab dem 12. Lebensjahr umgestellt werden. Naturheilkundler stufen das Verwenden von Fluorid, gerade bei Babys und Kindern, als sehr bedenklich ein und empfehlen grundsätzlich Produkte ohne Fluorid, Natriumlaurylsäure und Triclosan zu verwenden.
  11. Es ist wichtig, dass die Kinder nach dem Zähneputzen die Zahnpasta gut ausspucken. Besonders, wenn Zahnpasta mit Fluorid verwendet wird. Kinder sollen keine Zahncreme schlucken. Vor allem stark mit Süßstoffen angereicherte Zahncremes verführen Kinder oft zum „Essen“ der Zahnpasta.
  12. Das Reinigen der Zahnzwischenräume gehört zum Zähneputzen. Es ist wichtig den Kindern das Benutzen von Zahnseide schon von klein auf mit auf den Weg zu geben. Für die Kleinen gibt es Zahnseidesticks. Die Zahnseide ist auf bunten, mit Tieren verzierten Haltern aufgespannt und ist einfacher in der Handhabung als das klassische „Fädeln“ (flossing). Das ansprechende Design hilft Kindern bei der Akzeptanz der medizinischen Kosmetikprodukte.
  13. Nach dem Reinigen der Zähne dürfen die Kinder nichts mehr Süßes essen oder trinken. Dies gilt auch für Fruchtsäfte oder gesüßte Tees.
  14. Nuckelflaschen sollten für Babys nicht immer verfügbar sein. Es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass die Nuckelflasche zur Durstlöschung dient. Nuckelflaschen dürfen nicht als Ersatz für den Schnuller oder zur Beruhigung verwendet werden.
  15. In der Nuckelflasche sollte nur Mineralwasser oder ungesüßter Tee sein. Säfte enthalten häufig mehr Zucker als man denkt (siehe unter: Ist Zahnreinigung bei Kindern sinnvoll) und greifen die Zähne durch die Säure zusätzlich an.
  16. Sobald die Kinder ein Jahr alt sind, sollen sie aus einer Tasse oder einem Becher trinken. Trinklerntassen sollten nur als Übergangslösung benutzt werden. 1 Monat erscheint hierfür ein völlig ausreichender Zeitraum.
  17. Kinder sollten genauso wie Erwachsene keine Zwischenmalzeiten zu sich nehmen, um das Kariesrisiko zu minimieren.
  18. Ab dem 6. Lebensmonat beginnen die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt.
  19. Ab dem 6. Lebensjahr beginnt die Individualprophylaxe beim Zahnarzt. Diese wird halbjährlich auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Harte Beläge können allerdings nur einmal pro Kalenderjahr als Kassenleistung abgerechnet werden. Muss ein 2. Mal im Kalenderjahr Zahnstein entfernt werden, können Zahnärzte hierfür eine Privatrechnung schreiben.

 Quellen:

Nahezu jedes zweite Kind putzt mit falscher Zahnpasta, prophylaxe impuls 17. Jahrgang, 186, 2013

2 Treuner A, Splieth, Frühkindliche Karies – Fakten und Präventionn, zm 103, Nr. 17A, 1.9.2013, (1994)




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